Kennen Sie den Unterschied zwischen ober- und untergärigem Bier?

Ober- und untergärige Biere unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Entscheidend ist die Gärtemperatur: Untergärige Biere werden typischerweise kühl vergoren, beispielsweise bei 10 bis 12 °C. Bei obergärigen Bieren kann die Gärtemperatur dagegen bei 20 °C oder auch darüber liegen.

Ein weiterer Unterschied liegt in den verwendeten Hefen. Traditionelle untergärige Biere werden häufig mit mitteleuropäischen Rohstoffen gebraut, während bei vielen obergärigen Stilen auch englische oder überseeische Zutaten eine wichtige Rolle spielen. Die Herkunft der Zutaten allein bestimmt die Gärungsart jedoch nicht.

Auch der Zeitbedarf unterscheidet sich deutlich. Untergärige Biere werden nach der Hauptgärung häufig mehrere Wochen oder länger gelagert. Daher hat sich international die Bezeichnung „Lager“ eingebürgert. Hauptgärung und anschließende kalte Lagerung sind dabei unterschiedliche Produktionsschritte.

Obergärige Biere

Die Herstellung obergäriger Biere ist bei vielen Stilen kürzer. Auch deshalb sind diese Spezialitäten insbesondere in kleinen Brauereien beliebt: Ein schnellerer Produktionsablauf ermöglicht eine bessere Nutzung der vorhandenen Kapazitäten.

Bei der traditionellen offenen Gärung untergäriger Biere wird Schaum von der Oberfläche entfernt, damit unerwünschte Bestandteile nicht wieder ins Bier gelangen. Bei der Obergärung bilden sich dagegen ausgeprägte Hefe- und Schaumschichten an der Oberfläche. Optisch kann dies an die Arbeit mit einem gärenden Sauerteig erinnern; es handelt sich dennoch um unterschiedliche Verfahren.

Obergärige Biere finden Sie häufig in gut sortierten Restaurants und spezialisierten Geschäften. Als Geschenke für Bierfreunde bieten sich etwa IPA, EPA, APA oder Stout an.

Untergärige Biere

Untergärige Biere werden häufig mit traditionellen Zutaten hergestellt. Bei vielen obergärigen Stilen wird stärker experimentiert, etwa mit anderen Getreiden als der üblichen Gerste oder mit Gewürzen.

Zu den untergärigen Bieren zählen vor allem typische tschechische Lager- und Schankbiere – ob hell, bernsteinfarben, halbdunkel oder dunkel. Ein neuerer Vertreter ist beispielsweise IPL, das India Pale Lager: ein helles, stärker hopfenbetontes Lagerbier.

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