Die Farbe des Bieres

Wenn wir ein Bier betrachten, fällt uns zuerst seine Farbe auf. Danach bemerken wir, ob es klar oder trüb ist. Die Farbe lässt sich anhand des international anerkannten EBC-Standards der European Brewery Convention beurteilen. Sie wirkt aber auch ästhetisch und kann uns gelegentlich täuschen: Ein satterer Farbton lässt uns an ein kräftiges, geschmacksintensives Bier denken, obwohl das keineswegs immer zutrifft. Manche Brauereien nutzen diesen Eindruck, um mit einer intensiveren Farbe die Vorstellung eines stärkeren Bieres zu wecken.

Bierfarbskala nach EBC

Abbildung: Farbskala nach EBC

Die gewünschte Farbe entsteht durch den Einsatz unterschiedlicher Malze, von denen es über 200 Varianten gibt. In Belgien spielt beispielsweise auch Kandiszucker eine Rolle. Ebenso können natürliche Zutaten wie Früchte die Farbe beeinflussen. Synthetische Farbstoffe stoßen bei überzeugten Bierfreunden dagegen häufig auf Kritik.

Früher hing die Bierfarbe auch vom technischen Stand der Malzherstellung ab. Kam Malz unmittelbar mit Feuer oder Rauch in Berührung, wurde es zu einer naheliegenden Grundlage für dunkle Biere.

Wenn wir Bier auch „mit den Augen trinken“, achten wir meist auf die Dichte des Schaums und die Intensität der Farbe. Ebenso wichtig ist die Durchsichtigkeit, fachlich die Klarheit oder Brillanz. Bei einem filtrierten Lagerbier gehört ein leuchtend klares Erscheinungsbild zu den gewünschten Merkmalen.

Früher wurde Klarheit oft untrennbar mit Qualität verbunden: Gutes Bier sollte immer klar sein. Inzwischen sind auch leicht trübe, unfiltrierte Biere beliebt. Viele Bierfreunde verbinden sie mit mehr geschmacklicher Fülle und einer besonders handwerklichen Herstellung.

Deshalb bemühen sich viele Brauereien, beide Vorlieben zu bedienen, und bieten sowohl klare, filtrierte als auch naturtrübe, unfiltrierte Biere an. Beide Varianten haben ihren Reiz und ihre treue Anhängerschaft.

Unfiltrierte Biere können allerdings höhere Anforderungen an Brauerei und Ausschank stellen. Wichtig sind eine möglichst gleichmäßige kühle Lagerung, zeitnaher Verbrauch, schonender Transport und eine hygienisch einwandfreie Zapftechnik. Werden diese Grundsätze vernachlässigt, kann die Qualität rasch leiden.

Über Klarheit ließe sich noch vieles schreiben. Vergessen wir aber nicht die wichtigsten Sinneseindrücke beim Bier: das Aroma und vor allem den Geschmack. Weder eine schöne Farbe noch dichter Schaum können guten Geschmack ersetzen.

Bier richtig servieren

  • Lassen Sie Flaschen und Fässer nach dem Transport zunächst zur Ruhe kommen; der ursprüngliche Beitrag empfiehlt mindestens einen Tag.
  • Servieren Sie Bier frisch gezapft oder eingeschenkt, nicht abgestanden.
  • Kühlen Sie es auf die zum jeweiligen Bierstil passende Temperatur.
  • Verwenden Sie ein geeignetes, perfekt sauberes Glas, das nicht vereist ist.
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