Die Geschichte des Bieres

Geschichte des Bieres

Bier, dieses herrlich schäumende Getränk und unser großer Stolz, betrachten wir Tschechen gern als unsere Domäne. Erfunden haben wir den goldenen Gerstensaft allerdings nicht.

Ebenso wenig ist Bier erst einige Jahrhunderte alt. In populären historischen Darstellungen werden häufig die Sumerer genannt, deren Zivilisation zwischen Euphrat und Tigris im Zeitraum von etwa 4000 bis 2000 v. Chr. bestand. Ihre Getränke hatten mit modernem Bier jedoch nur bedingt etwas gemeinsam: kontrollierte Gärung, ausgearbeitete Rezepturen und gezielte Ansprüche an Geschmack, Farbe, Schaum und Kühlung entwickelten sich erst viel später.

Auch der heute typische Hopfen stand damals nicht im Mittelpunkt. Den Žatecký poloraný červeňák, den bekannten Saazer Hopfen, gab es ebenso wenig wie die spätere, für seinen Anbau berühmte Stadt Žatec. Der ursprüngliche Artikel ordnet die Einführung von Hopfen den Babyloniern im zweiten Jahrtausend v. Chr. zu und nennt vergorenen Weizen als Ursprung des Bieres. Solche weitreichenden Zuordnungen sollten jedoch als vereinfachte historische Darstellung und nicht als gesicherter Nachweis eines einzelnen Ursprungs verstanden werden.

Wie bei vielen genialen Entdeckungen könnte auch hier der Zufall mitgewirkt haben. Vielleicht blieb Brot draußen liegen und wurde vom Regen durchnässt; vielleicht weichte jemand Brot für einen Kranken ein, oder in einer Bäckerei kam es zu einer zufälligen Gärung. Solche anschaulichen Erklärungen gehören zur Erzähltradition rund ums Bier. Die berauschende Wirkung vergorener Getreidegetränke wurde jedenfalls früh bemerkt. Über lange Zeit entwickelten sich daraus die heutigen Brauverfahren. Sorgfältig gebrautes, gelagertes und serviertes Bier kann ein außerordentlicher Genuss sein – auf Tschechisch „pivo jako křen“.

Vor der breiten Verwendung des heute so typischen Hopfens prägten andere Zutaten und Verfahren den Geschmack. Der ursprüngliche Abriss nennt etwa geröstetes, trocken gewordenes Brot, häufig aus Gerste. Frühe Biere waren zudem nicht filtriert, stark trüb und besaßen keine Schaumkrone wie ein modernes gezapftes Bier.

Bemerkenswert ist, dass schon der Codex Hammurapi im zweiten Jahrtausend v. Chr. den Ausschank und Handel mit Bier regelte. Der Originaltext verweist auf harte Strafen für unredliche Wirte und Bierhersteller und vergleicht diese mit dem später bekannten öffentlichen Eintauchen von Wirten ins Wasser.

In Teilen der antiken Welt trat Bier gegenüber Wein zurück; der ursprüngliche Beitrag nennt außerdem Met als beliebtes Getränk der Kelten. Besonders mit Bier verbunden blieben die germanischen Regionen. Das zeigt sich bis heute in der ausgeprägten Bierkultur unserer westlichen und südlichen Nachbarn Deutschland und Österreich.

Und wie jeder überzeugte tschechische Bierfreund augenzwinkernd behauptet: Beim Geschmack bleibt unser Bier natürlich das beste!

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