
Měšťanský pivovar v Poličce – meist einfach Polička genannt.
Über die Brauerei
Die Anfänge des Brauwesens in Polička reichen weit ins Mittelalter zurück, genauer bis zur Gründung der Stadt durch den böhmischen König Přemysl Otakar II. im Jahr 1265. Mit dem Braurecht durften die Bürger innerhalb der Stadtmauern Bier herstellen. Das Verkaufsrecht erlaubte ihnen außerdem den Absatz im nahen Umland, üblicherweise im Umkreis einer Meile. Streitigkeiten zwischen Adel und Bürgerschaft über die Erträge dieses florierenden Gewerbes dauerten bis ins 16. Jahrhundert an, bevor die Ansprüche beider Seiten geregelt wurden.
Bis fast zum Ende des 18. Jahrhunderts brauten die Bürger in ihren brauberechtigten Häusern. 1771 entstanden ein Sudhaus und weitere Brauereieinrichtungen am heutigen Palacký-Platz. Die Anlage war auf 16 Fässer ausgelegt; eine Bierkühlung gab es dort nicht. Spätestens seit 1771 ist der Měšťanský pivovar v Poličce in den Beständen des staatlichen Regionalarchivs Zámrsk dokumentiert.
Am 10. Juli 1845 vernichtete ein Brand große Teile von Polička, darunter die Brauerei und die Kirche. Auf Initiative des Bürgermeisters Josef Smola ließen die Bürger 1865 eine neue Brauerei in der Dolní-Vorstadt errichten, wo sich der Betrieb weiterhin befindet. Lagerkeller und Gärkeller wurden in den Plänerfels gebaut, was den Kühlaufwand verringerte. Zwei eigene Brunnen lieferten Trinkwasser.
1865 wurde hier erstmals untergäriges Bier Pilsner Art gebraut. Filtriert wurde damals noch nicht. Bis 1969 kühlte man mit Natureis; anschließend kam maschinelle Kühlung zum Einsatz. Herstellung und Rezepturen stehen in der Tradition der örtlichen Braumeister, besonders von Vater und Sohn František Bittner. Der ältere war von 1892 bis 1931 leitender Braumeister, der jüngere von 1931 bis 1971.
1950 wurde den Familien das Braurecht entzogen und die Brauerei verstaatlicht. Sie blieb als Betriebsstätte erhalten und entging der von sozialistischen Planern vorgesehenen Schließung. Am 1. Mai 1994 übernahmen die Erben der brauberechtigten Bürger nach einem dreijährigen Gerichtsverfahren auf Grundlage des Gesetzes Nr. 87/1991 über außergerichtliche Rehabilitierungen wieder die Verantwortung für den Betrieb. Danach wurde die Brauerei schrittweise erneuert und verschönert.
Als ältestes technisches Element nennt der ursprüngliche Beitrag das kupferne Sudwerk von Novák & Jahn aus dem Jahr 1930. Měšťanský pivovar v Poličce, a.s. braut untergärige Biere tschechischer Art: die hellen und dunklen Schankbiere Hradební 10°, die hellen Lager Otakar 11° und Záviš 12°, das seit 2010 gebraute dunkle Eliška 13° sowie das seit 2012 angebotene helle František Bittner 13°. Eliška trägt den Namen einer früheren Herrscherin. Gehopft wird mit Saazer Hopfenpellets. 2016 überstieg der Ausstoß 119.500 Hektoliter.
2017 feierte die Bürgerbrauerei Polička das 500-jährige Bestehen der brauberechtigten Bürgerschaft.
Viele von Ihnen kennen die Brauerei vermutlich schon. Obwohl sie klein ist, hat sie sich einen festen Platz in der Bierkultur erobert. Wir schätzen besonders, dass sie die Stammwürze beziehungsweise EPM, den Extrakt der ursprünglichen Würze, bei ihren Bieren angibt. Ihre Biere sind nicht pasteurisiert, was viele Genießer besonders mögen. Als damalige Neuheit stellte der Originalbeitrag außerdem Kunhuta vor: ein 11°-Lagerbier aus hellem und dunklem Bier.
Wir kennen diese Biere seit vielen Jahren und wurden weder aus der Flasche noch vom Fass enttäuscht. Unsere Empfehlung!
Hradební 10° – helles Schankbier

Hradební 10° – dunkles Schankbier

Otakar 11° – helles Lagerbier

Záviš 12° – helles Lagerbier

František Bittner 13° – helles saisonales Spezialbier

Eliška 13° – dunkles Spezialbier

František Bittner ist ein saisonales Bier, benannt nach dem früheren Braumeister. Eliška trägt den schönen Namen einer ehemaligen Herrscherin. Auch diese Biere kennen und schätzen wir seit Langem – aus der Flasche ebenso wie vom Fass.
Zum Wohl!
