Bier oder Wein zum Essen?

Bier oder Wein?

Bier hat auch in der gehobenen Gastronomie seinen Platz gefunden. So kann etwa ein Lagerbier Pilsner Art anstelle von Champagner als Aperitif angeboten werden. Bei der Kombination mit Speisen verhält sich Bier anders als Wein: Meist sind ausgeprägte Weintannine und die typische Weinsäure weniger bestimmend. Dafür bietet es andere Möglichkeiten, etwa Hopfenbittere und eine größere Bandbreite bei der Kohlensäure.

Eine abgewandelte Empfehlung des großen Gastronomiekenners Brillat-Savarin könnte lauten: zu hellem Fleisch Weißwein und Lagerbier, zu dunklem Fleisch Rotwein und dunkle Bierspezialitäten. Wie Sommeliers bei Wein zwischen leichten und kräftigen Varianten unterscheiden, lässt sich auch Bier nach seinem Körper und seiner Intensität einordnen. Hopfenbittere kann bei der Speisenbegleitung eine ähnliche ausgleichende Rolle spielen wie Säure im Wein.

Als Beispiele für leichtere Weine nennt der ursprüngliche Vergleich Welschriesling oder Spätburgunder. Auf der Bierseite können dazu ein Lagerbier Pilsner Art oder auch ein Weizenbier passen. Entscheidend bleibt die konkrete Ausprägung des jeweiligen Getränks.

Kräftigere Weine mit einem ausgewogenen Zusammenspiel aus Alkohol, Frucht und Gerbstoffen, etwa Merlot oder Zweigelt, lassen sich in ihrer Intensität mit Bierstilen wie IPA oder Bock vergleichen. Besonders körperreiche Weine, zum Beispiel ein kräftiger Cabernet Sauvignon oder ein im Barrique ausgebauter Chardonnay, finden mögliche Alternativen in Stout, Porter oder Barley Wine. Solche Vergleiche sind Anregungen zum Probieren, keine starren Regeln.

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