Berufliche Anfänge und kleine Brauereien

Berufliche Anfänge

Seit meiner Militärzeit war viel Zeit vergangen. Inzwischen hatte ich auch sechs Jahre in Deutschland verbracht und dabei deutsche Biere kennengelernt. 2006 begann dann mein beruflicher Weg in der Bierbranche: Als Selbstständiger arbeitete ich als Handelsvertreter für die Brauerei Starobrno beziehungsweise für den internationalen Konzern Heineken ČR.

Es war eine schöne Arbeit, bei der ich vieles kennenlernte, was mir zuvor fremd gewesen war: das Brauen selbst, die Rohstoffe, Rezepturen, Vertrieb und Logistik. Das Beste waren aber die Besichtigungen, die wir als Gruppe von Handelsvertretern unternahmen. Sie führten uns nicht nur in die eigenen Brauereien Starobrno und Hostan, sondern auch zu kleinen und mittelgroßen Betrieben wie Primátor, Rebel, Chodovar, Ježek, Bakalář und anderen.

Damals dachte ich, Heineken ČR handle im guten Glauben und tschechisches Bier sei für das Unternehmen nicht bloß ein Geschäft. In den kleinen Brauereien sah ich jedoch, dass Bier aus meiner Sicht besser und handwerklich ehrlicher hergestellt werden konnte. Ich lernte dabei auch das HGB-Verfahren, High Gravity Brewing, kennen. Diese Form des industriellen Brauens empfand ich persönlich als wenig vereinbar mit meinem Bild traditioneller Braukunst.

Aus meiner Tätigkeit im Außendienst erhielt ich ein Angebot für das Trade Marketing. Das war 2008, in der Zeit, in der Heineken ČR im Umfeld der Übernahmen von Krušovice und Drinks Union mit den Brauereien Zlatopramen, Březňák, Louny, Dačický und Jarošov wuchs.

Die Arbeit in Prag war interessant, doch manche Erkenntnisse waren traurig. Ich erinnere mich nicht mehr genau an die zeitliche Abfolge, aber nach meiner damaligen Erinnerung schloss das Unternehmen in dieser Zeit mehrere schöne, traditionell brauende Betriebe: Hostan in Znojmo, Louny, Jarošov und Dačický in Kutná Hora sowie später auch den Braubetrieb von Zlatopramen. Die Marken blieben und wurden in den verbliebenen großen Brauereien weitergeführt. Für Menschen, die oft viele Jahre in den geschlossenen Betrieben gearbeitet hatten, und für die jeweiligen Orte war das ein schmerzhafter Verlust.

In diesen Jahren lernte ich außerdem mehrere Braumeister kennen. Auch sie äußerten die Sorge, dass Qualität und die traditionelle Vorstellung von tschechischem Bier in internationalen Konzernen an Bedeutung verlören. Bis August 2013 arbeitete ich bei Heineken ČR. Schon länger überlegte ich jedoch, wie es für mich danach weitergehen könnte. Und so entstand eine Idee …

Aleš

Persönliche Erinnerungen und Einschätzungen des Autors; die genannten Übernahmen und Schließungen sind hier kein aktuell überprüfter Unternehmensüberblick.

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