Wie ging es bei mir weiter?
Meine ersten Erfahrungen mit dem eigentlichen Biertrinken begannen ungefähr mit der Volljährigkeit. Damals gab es noch nicht die Auswahl, die wir heute dank besserer Vertriebswege kennen. Bier war eine regionale Angelegenheit. Brauereien lieferten an Gaststätten, Restaurants und Geschäfte fast ausschließlich in ihrer unmittelbaren Umgebung – wie man in Tschechien sagt, „rund um den Schornstein“.
Ich komme aus Slavičín. Soweit ich mich erinnere, gab es dort vor allem Bier aus den umliegenden Brauereien Brumov, Uherský Brod, Jarošov und wohl auch Zubr. Während meiner Schulzeit in Zlín machte ich ähnliche Erfahrungen. Der Unterschied war, dass in der größeren Stadt gelegentlich schon Gaststätten mit Gambrinus oder Krušovice auftauchten. Verglichen mit heute war die Auswahl trotzdem gering.
Eine Ausnahme bildete die Vorweihnachtszeit. Dann erschienen in den Selbstbedienungsläden auch Biere aus größerer Entfernung, etwa Kozel, Gambrinus oder Budvar. Während meines Militärdienstes in Domažlice, kurz nach der Samtenen Revolution, lernte ich schließlich weitere Biere kennen, die ich bis dahin nur aus meiner Etikettensammlung kannte.
Seitdem ist viel Zeit vergangen. Die Verfügbarkeit ist für alle, die gern Biere verschiedener kleiner und mittelgroßer Brauereien probieren, deutlich besser geworden. Hinzu kamen in dem Jahrzehnt vor Entstehung dieses Beitrags zahlreiche Mikrobrauereien – Gott sei Dank, möchte ich sagen. Aus meiner Sicht halten sie die Fahne eigenständiger Braukunst gegenüber austauschbaren „Europabieren“ hoch, eine Haltung, die früher schon Standa Bernard verkörperte.
Aleš
