Der Gründonnerstag ist der Donnerstag vor Ostern und erinnert im christlichen Kalender an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Neben seiner religiösen Bedeutung ist er mit vielen Volksbräuchen verbunden. In Tschechien gehört inzwischen auch grünes Bier dazu. Woher stammt der Name, was bedeutet die Farbe Grün und wie kam das besondere Bier ins Spiel?
Geschichte und Bedeutung des Gründonnerstags

Der Gründonnerstag ist tief in der christlichen Tradition verwurzelt. Nach der biblischen Überlieferung hielt Jesus an diesem Abend mit seinen Jüngern Mahl, wusch ihnen als Zeichen der Demut die Füße und gab ihnen das Gebot, einander zu lieben. Später wurde er verraten und verhaftet.
Mit der abendlichen Feier des letzten Abendmahls beginnen die österlichen drei Tage, die bis zum Ostersonntag reichen. In katholischen Gemeinden kann die Fußwaschung während des Gottesdienstes die Haltung des Dienens und der Nächstenliebe veranschaulichen.
Ein weiterer Brauch ist das Schweigen der Glocken bis zur Osternacht. Im Volksmund heißt es, die Glocken seien „nach Rom geflogen“. In manchen Orten ersetzen Holzratschen ihr Läuten; traditionell zogen damit auch Kinder durch die Straßen.
Warum heißt der Tag Gründonnerstag?
Die Herkunft des Namens ist nicht abschließend geklärt. Verschiedene Erklärungen werden diskutiert:
- Verbindung mit „greinen“: Eine Deutung bringt den Namen mit einem älteren Wort für Weinen oder Klagen in Zusammenhang und verweist damit auf Buße und Trauer.
- Grün als Symbol: Grün steht für Hoffnung, Erneuerung und neues Leben und lässt sich daher mit der Osterzeit verbinden. Das ist eine symbolische Deutung, kein gesicherter sprachgeschichtlicher Beleg.
- Grüne Speisen: In der Volksüberlieferung aß man an diesem Tag Spinat, Brennnesseln, Kohl oder frische Kräuter. Die damit verbundene Hoffnung auf Gesundheit gehört zum Brauchtum, nicht zu einer medizinischen Wirkungsgarantie.
Grünes Bier: eine moderne Ostertradition
In tschechischen Gaststätten und Brauereien wird rund um Gründonnerstag seit einigen Jahrzehnten grünes Osterbier angeboten. Dieser vergleichsweise junge Brauch greift die Symbolik des Tages auf und ist für viele erwachsene Bierfreunde zu einer saisonalen Besonderheit geworden.
Wie entsteht grünes Bier?
Die Grundlage bildet häufig ein klassisch gebrautes Bier. Seine grüne Farbe erhält es je nach Rezeptur durch zusätzliche Zutaten:
- Pflanzliche Zutaten und Auszüge: Manche Rezepturen nutzen Kräuter oder Pflanzenextrakte. Welche Zutaten tatsächlich enthalten sind, ergibt sich aus den Herstellerangaben.
- Lebensmittelfarbstoffe: Andere Hersteller verwenden Farbstoffe, um den gewünschten Grünton zu erzielen. Art und Zusammensetzung können sich je nach Produkt unterscheiden.
Geschmacklich kann grünes Bier einem gewöhnlichen Lagerbier ähneln. Manche Rezepturen besitzen zusätzlich kräuterige oder anders aromatisierte Noten. Aus der Farbe allein lässt sich daher weder auf den Geschmack noch auf die Zutaten schließen.
Gründonnerstag heute: alte und neue Bräuche
Neben seiner religiösen Bedeutung ist der Tag für viele Menschen eine Gelegenheit, Freunde zu treffen und österliche Spezialitäten zu genießen. Spirituelle Traditionen, Volksbräuche und moderne Gastronomie bestehen dabei nebeneinander.
In manchen Familien kommen weiterhin grüne Gerichte auf den Tisch oder es wird ein Osterlamm gebacken. Andere treffen sich in der Gaststätte und probieren ein saisonales Bier. Solche Gewohnheiten zeigen, wie sich Festtage im Laufe der Zeit verändern.
Ein Tag voller Symbolik
Ob als Teil des christlichen Osterfestes, als Anlass für ein gemeinsames Frühlingsessen oder zum Kennenlernen einer tschechischen Bierspezialität: Gründonnerstag verbindet Geschichte und Gegenwart. Wer sich für grünes Bier entscheidet, sollte es wie jedes alkoholische Getränk bewusst genießen; eine alkoholfreie Alternative passt ebenso zum gemeinsamen Feiern.
Wir wünschen frohe Ostern!
